Konzept zur Betreuung der Kinder unter 3 Jahren in der KiTa Kunterbunt

 

Vorraussetzung für die Aufnahme und Betreuung von Kindern unter drei Jahren in unserer Einrichtung ist die qualifizierte Weiterbildung und die zugewandte Arbeit der Erzieherinnen. Wir verstehen uns als Familienergänzende, außerhäusliche Betreuungseinrichtung, die vom ersten Kindergartentag den Bildungs- und Erziehungsauftrag umsetzt.

Der Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit liegt in der grundlegenden Förderung kindlicher Kompetenzen im Rahmen einer ganzheitlichen Erziehung.

Dabei sehen wir die Eltern als Partner. Sie sind die Experten für ihre Kinder, die ihre Bedürfnisse, Interessen, Stärken und Schwächen am Besten kennen. Wir möchten die Eltern in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen. Durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sollen die Eltern das positive Gefühl mitnehmen, ihre Kinder gut betreut zu wissen.

Die individuelle Eingewöhnungszeit ist hierfür der Nährboden. Dafür steht die Erzieherin, als feste Bezugsperson, den Eltern und Kindern zur Seite, damit eine Beziehung aufgebaut werden kann, die beiderseits von Achtung, Respekt und Wertschätzung geprägt ist. Sowohl Eltern als auch Erzieherin sind Entwicklungsbegleiter der Kinder.

Entwicklung entsteht durch Neugier, Lernfreude, Selbstorganisation und Selbstgestaltung spontaner Tätigkeiten der Kinder. Diese unterstützen wir durch ein strukturiertes Raumangebot und Materialien, die auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Altersklassen abgestimmt ist.

 

 

1. Die Eingewöhnung

Grundlage einer gelingenden Eingewöhnungsphase ist der Zeitfaktor. Beim Infoabend der neuen Eltern, machen wir darauf aufmerksam, dass diese Phase mindestens 5-10 Tage in Anspruch nimmt. Das Kind braucht in dieser Zeit die Nähe und den Schutz einer Bezugsperson, die Anwesenheit eines Elternteils ist unbedingt erforderlich. Um dies in Ruhe zu begleiten, nehmen wir die Kinder gestaffelt auf.

Am ersten bis dritten Tag kommt das Kind mit seiner Bezugsperson für eine Zeiteinheit von zwei Stunden in die Einrichtung, wobei eine Trennung nicht versucht wird. In den nächsten Tagen kann sie für kurze Zeit den Raum verlassen, aber in der KiTa bleiben. So kann das Kind bei Unsicherheiten, die durch die vielfältigen Situationen im Gruppenleben entstehen, schnell ins Gleichgewicht gebracht werden. Auch lässt sich so feststellen, ob das Kind sich von der Erzieherin trösten lässt, sie schon als Bezugsperson respektiert. Hier ist zu beachten, dass das Kind die Art und Weise und das Tempo des Beziehungsaufbaus bestimmt. Die bisherige Bezugsperson sollte nicht länger als notwendig bleiben, das Interesse ihres Kindes an der Erzieherin unterstützen. Wenn sie sich verabschiedet auch gehen. Weinen als Ausdruck des Kindes, seine Bezugsperson dabei zu haben, ist sein Recht. Lässt es sich von der Erzieherin trösten, ist es in der Einrichtung angekommen – lässt es sich nicht beruhigen, war der Trennungsversuch zu früh. So muss die Eingewöhnungsphase für jede Familie individuell bleiben. Richtlinien sind für uns das Berliner Eingewöhnungsmodell.

 

2. Räume, Materialien, Außengelände

Kinder brauchen Räume, die sie auffordern, sich zu bewegen, sich zurück zu ziehen oder mit anderen zu kommunizieren, zu interagieren, zu experimentieren. Dabei muss durch eine klare Struktur die Funktionsecke und die bereitgestellten Materialien zu erkennen sein. Durch die Altersmischung ist eine differenzierte Gestaltung nötig, wobei die Möglichkeit zur Veränderung entsprechend den Bedürfnissen der Kinder gegeben ist. So sind Tische und Stühle reduziert da vorhanden, wo sie sinnvoll sind. Es entstehen Laufstrassen. Podeste und kleine Treppen lassen Höhenunterschiede erfahrbar werden. Alltags – und Naturmaterialien laden zum Sortieren ein. Lese – und Ruheecke bieten den Kindern die nötige Rückzugsmöglichkeit.

Unser naturnah gestaltetes Außengelände hält einen großen Sand – Matsch – Bereich vor, wo die Kinder ihren Lebensraum ergreifen und gestalten lernen .Modellierte Flächen, Kletterbaum und Klettergerüst lassen dem Bewegungsdrang der Kinder die freie Auswahl. Befestigtes Gelände ist den Fahrzeugen und ihren Fahrern vorbehalten. So ist ein Wechsel zwischen Drinnen und Draußen im Ablauf integriert.

 

3. Tagesrhythmus

Bei den jungen Kindern hat der individuelle Tagesrhythmus Vorrang vor dem Gruppenrhythmus. Wir orientieren uns hier an den Gewohnheiten der einzelnen Kinder und deren Familien. Dabei kennen die Kinder nach einer gewissen Zeit unsere Regeln, Strukturen und Rituale, die ihnen helfen, den Tagesablauf zu strukturieren. Sie erfahren, dass sich Bedürfnisse und Interessen der einzelnen Kinder mit den Interessen der Gruppe in Einklang bringen lassen. Sie erfahren, dass ihre Meinung wichtig ist und ihre Ideen in die Planung des Tagesablaufs einbezogen werden.

 

4. Essen in Ruhe

Es ist uns wichtig, das Kind im Vertrauen zu stärken, dass es selbst weiß wann es Hunger hat und wie viel es essen möchte. Während der festgelegten Essenszeiten stehen alle Nahrungsmittel der Nahrungspyramide zur Auswahl. Die Kinder bereiten das Frühstück mit der Küchenfee zusammen vor, sehen und riechen die Nahrungsmittel. In der Nähe der Küche befindet sich ein kleiner Kräutergarten, indem die Kinder je nach Jahreszeit und Angebot arbeiten und ernten. Auch wechselt die Dekoration in der Küche nach Thema bzw. Blumenschmuck im Garten. So lernen sie, das Essen nicht nur satt macht, sondern ein sinnliches Erlebnis sein kann. Wert legen wir auf die Einhaltung der Esskultur, dazu gehört das Heranführen an sachgerechte Handhabe des Bestecks sowie das Spülen des Geschirrs und das ordentliche Verlassen des Essplatzes für das Nächste Kind. Natürlich steht den ganzen Tag Wasser und Tee bereit und zum Frühstück zusätzlich Kakao und Milch.

Der Mittagessen wird bei einem ausgewählten Lieferanten bestellt, wobei eine ausgewogene Mischkost auf den Stoffwechsel der Kinder ausgerichtet ist.

 

5. Ruhen und Schlafen

Alle Tageskinder halten nach dem Mittagessen eine Ruhephase ein.

Die jüngeren Kinder können sich in den Ruheecken, entsprechend ihren Bedürfnissen, in Tagesablauf jederzeit zurückziehen. Diese sind so gelegt, dass sie das Gruppengeschehen und die Bezugsperson sehen können und nach der Ruhezeit wieder zum Spielgeschehen dazu kommen können. Sie bringen ihre Kuscheltiere und Schmusedecken mit, damit sie ihre gewohnten Dinge haben, um sich zu entspannen.

Mittags teilen wir die Kinder nach Alter, damit auch die älteren ihre Entspannung und Ruhe finden. Zusammen mit der Erzieherin wird ein Buch ausgesucht und jeden Tag gelesen. Alternativ bringen die Kinder ihre Hörspiele von zu Hause mit. Auch hier spielt die Raumgestaltung eine große Rolle und manche schlafen ein. Diese Regenerationsphase ist wichtig, damit die Kinder im Nachmittagsbereich ihre Angebote im Bewegungs- und Kreativbereich genießen können.

 

6. Pflege und Sauberkeitserziehung

In den letzten Jahren bemerken wir, dass die Kinder mit 3 Jahren nicht wissen, wie ihre Körper funktionieren oder ihre Eltern es ihnen nicht zutrauen, den Toilettengang zu koordinieren. Bei den jüngeren Kindern haben wir die Chance, die Eltern zu begleiten. Ihnen nahe zu bringen, dass beim Wickeln ein sozialer wie körperlicher Kontakt entsteht. Das Kind lernt seinen Körper kennen und es wird der Grundstein für das Ertasten und Wahrnehmen des Körperschemas gelegt. Diese Zeit soll genossen und erlebt werden. Je älter das Kind wird, soll es seinen Wickelbereich alleine erklimmen. Es ist uns wichtig, dass das Kind sich als aktiver Teil erfährt. Es sagt, wann es sauber gemacht werden muss und lernt dabei auf die Signale seines Körpers zu achten und diese zu äußern. Interesse wird seinen Bedürfnissen zuteil, es lernt Handlungsabläufe und räumliche Orientierung, die ihm beim nächsten Schritt zur Toilette helfen.

 

7. Sprachentwicklung

So wie die geistige, körperliche und emotionale Entwicklung der Kinder ab 2 Jahren eine rasante Entwicklung durchmacht, muss es die Möglichkeit haben, all dies durch sinnvolle Handlungen zu verarbeiten und in Worte zu fassen.

Durch aufmerksame Beobachtungen der Kinder, die wir dokumentieren, können die Ansätze begleitet, gedeutet und zur Nachahmung gebracht werden. Nicht nur durch die Erzieherin, auch durch die Kinder in den einzelnen Angeboten geschieht dies spielerisch. Unterstützend bieten wir Altersentsprechende Bewegungsangebote an, da die Sprachentwicklung mit Bewegung verknüpft ist. Dafür stehen Menschen wie Materialien zur Verfügung wie z.B. Flitzis, weiche Bälle unterschiedlicher Größe, Flusssteine, Fühlbücher, Puzzle mit Einzelmotiven, Tastwände. Engagierte Mütter kommen zusätzlich ins Haus, um mit den Kindern Bücher an zu schauen, die auch ausgeliehen werden können. Einige Kinder haben nicht selbstverständlich Zugang zu Büchern, was wir so ermöglichen wollen.

 

(Stand Januar 2016)

 

 

 

Manuela Stadler

KiTa Kunterbunt

Frongase 2

52388 Nörvenich